12.05.2021

simul⁺ Forum: klimagerechte Stadtentwicklung

futuristische Abbildung der Stadt der Zukunft
© Barczewksi

Staatsminister Thomas Schmidt begrüßte am 12. Mai 2021 gemeinsam mit Prof. Dr. Georg Teutsch vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) über 100 Teilnehmer zum virtuellen simul⁺ Forum „Innovationspotenziale der klimagerechten Stadtentwicklung“.

Das SMR steht auch zu diesem Thema als Partner zur Verfügung. Denn die Klimavorsorge ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Klimaschutz und Klimaanpassung sind Querschnittsthemen, die auf allen Ebenen, von der Brüsseler Politik bis in die sächsischen Städte und Gemeinden eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Klar ist, dass bei der Bewältigung des Klimawandels und beim Umgang mit seinen Folgen insbesondere die Städte und Gemeinden eine entscheidende Rolle einnehmen werden, denn dort findet in der Regel die Operationalisierung neuer Ideen statt. Letztlich sind alle Handlungsfelder der Stadtentwicklung in gewisser Weise vom Veränderungsdruck infolge des Klimawandels betroffen.

Boris Harbaum stellte die Integrierte Stadtentwicklung in Sachsen aus Sicht des SMR vor und ging insbesondere auf die Besonderheiten der sächsischen Siedlungsstruktur ein. Dabei betonte er, dass die meisten landespolitischen Ziele nur gemeinsam mit der kommunalen Ebene umgesetzt werden können. Um den Erfolg der sächsischen Klimapolitik zu sichern, müssen die Städte und Gemeinden in der Lage sein bzw. in die Lage versetzt werden, ihren Beitrag so gut wie möglich zu leisten. Der Wandel der Innenstädte ist ein kontinuierlicher Prozess. Dafür ist es wichtig, dass das Verfügungswissen in die Gemeinden getragen wird.

Impulse aus der Wissenschaft lieferten die Vertreter des UFZ. Dr. Björn Maronga erläuterte, was zu heißen Nächten in den Städten führt und analysierte den damit verbundenen Zusammenhang zwischen verschiedenen Oberflächenformen und der unteren Atmosphäre. Prof. Dr. Roland Müller stellte in seinem Beitrag das Forschungsprojekt Leipziger BlauGrün als Beispiel für die Entwicklung eines ressourceneffizienten Stadtquartiers in den Fokus. Das UFZ entwickelt in Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig, dem Investor, Wirtschaftsunternehmen und weiteren wissenschaftlichen Institutionen ein Konzept für klimaangepasstes Wasser- und Energiemanagement am Beispiel des Quartiers Leipzig 416. Dr. Sonja Knapp und Prof. Dr. Uwe Schlink thematisierten die Temperaturregulierung in Innenstädten, die durch eine biologische Pflanzenvielfalt in Städten positiv beeinflusst werden kann. Prof. Dr. Christian Kuhlicke machte deutlich, dass nur die Gefahr durch ein Hochwasser am eigenen Haus zu kennen, noch nicht dafür ausreicht, dass ausreichende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Was können also Städte und Gemeinden tun, um das Risiko zu minimieren.

Wie sich Kommunen mit dem Thema Anpassung an den Klimawandel konkret befassen, untersetzten drei Praxisbeispiele im Detail. Rüdiger Dittmar, Leiter Amt für Stadtgrün und Gewässer, informierte über die Grün-Blaue Infrastruktur für die Zukunftsstadt Leipzig. Dr.-Ing. habil. Matthias Lerm aus Magdeburg fand viele anschauliche Beispiele und machte deutlich, dass klimaangepasstes Bauen zur Überlebensfrage für die Städte werden wird, da die städtische Lebensqualität auf dem Spiel stehe. Abschließend stellte Prof. Dr. Lothar Ungerer, Bürgermeister der Stadt Meerane, den integrierten Handlungsansatz der Stadt Meerane vor.

Im Anschluss an die Facheiträge waren die Teilnehmer gefragt. Mit Hilfe einer virtuellen Pinnwand diskutierten sie, was es für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis braucht.

Die Beteiligten waren sich einig, dass die Innovationspotenziale sehr groß und bei weiten noch nicht ausgeschöpft sind. So betonte auch die Leiterin der Zukunftsinitiative Dr. Marzena Schöne, dass wir mit der Zukunftsinitiative simul⁺ seit fünf Jahren den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand unterstützen - so auch in diesem Dialogforum. Nun müssen die Ideen weitergedacht werden, um gemeinsam, lokal angepasste und wissensbasierte Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels in unseren Städten zu erarbeiten.

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