Handlungsfelder
Seit 2024 ist der simul+InnovationHub im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung verankert. Im Zuge dessen, erfolgte eine strategische Weiterentwicklung, welche eine Fokussierung aller Maßnahmen auf sechs konkrete Handlungsfelder vorsieht.
Die digitale Transformation eröffnet neue Chancen für die nachhaltige Regionalentwicklung von Städten und ländlichen Regionen. simul⁺ fördert smarte Lösungen, die Technologie, Daten und innovative Verwaltungsstrukturen gezielt einsetzen, um die Lebensqualität zu verbessern, demografischen Herausforderungen zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen, sowie deren Wertschöpfung zu stärken.
Im Fokus stehen hierbei digitale Verwaltungsprozesse, intelligente Infrastrukturen, datenbasierte Entscheidungsfindung und vernetzte Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem smarte Bürgerplattformen, digitale Zwillinge für die Stadt- und Regionalentwicklung, vernetzte Energie- und Mobilitätskonzepte sowie die Nutzung von Künstlicher Intelligenz für effizientere öffentliche Dienstleistungen.
Eine smarte Region zeichnet sich durch mehr aus als nur durch technologischen Fortschritt – sie bedeutet ein vernetztes, lebenswertes und resilientes regionales Ökosystem, wobei der Nutzen für den Bürger im Vordergrund steht. simul⁺ unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise sowie regionale Akteure dabei, digitale Strategien zu entwickeln, innovative Technologien zu integrieren und smarte Anwendungen auf lokaler/regionaler Ebene nutzbar zu machen. Durch die gezielte Erprobung digitaler Werkzeuge – etwa in Gesundheit, Ehrenamt oder Verwaltung – können insbesondere in den sächsischen Regionen neue Wege zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse beschritten werden. Dadurch entstehen neue Formen effizienter Dienstleistungen, mehr digitale Teilhabe, gestärkte Daseinsvorsorge, wohnortnahe Lösungen und neue Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort.
Innovative Mobilitätskonzepte sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit von Städten und ländlichen Regionen. simul⁺ befördert Lösungen für klimafreundliche, vernetzte, bedarfsgerechte und bezahlbare Mobilität, die sowohl die Erreichbarkeit als auch die Lebensqualität verbessern. Gerade im ländlichen Raum erfordert zukunftsfähige Mobilität auch neue, kreative Lösungen jenseits klassischer Linienverkehre. simul⁺ setzt hier Impulse und schafft Raum für innovative Ansätze, die regionale Mobilitätsbedarfe flexibel und alltagstauglich adressieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Teilhabe gesichert, die Erreichbarkeit alltäglicher Angebote verbessert und die Lebensqualität in der Fläche nachhaltig gestärkt werden kann – insbesondere durch mehr Eigenständigkeit im Alltag, eine bessere Anbindung an zentrale Infrastrukturen und einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz. In diesem Zusammenhang spielen intelligente Verkehrssysteme, alternative Antriebe, flexible Nahverkehrslösungen und neue Formen der Mobilitätsvernetzung eine wichtige Rolle.
Ziel ist es, individuelle und öffentliche Verkehrsträger effizient zu kombinieren und nachhaltige Mobilität, die für Aufgabenträger und Nutzer bezahlbar ist, zugänglich zu machen.
Zukunftsweisende Konzepte für Bauen und Wohnen, klimaangepasst und zirkulär, spielen eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Entwicklung Sachsens.
Der simul⁺InnovationHub unterstützt Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen für ressourcenschonendes, energieeffizientes, bezahlbares und anpassungsfähiges Bauen und Wohnen. Dabei stehen insbesondere die Nutzung digitaler Planungs- und Bauprozesse, nachhaltige Baustoffe und modulare sowie nachhaltige Bauweisen im besonderen Fokus. Ein zusätzliches Augenmerk liegt auf der Stärkung der urbanen und ländlichen Regionen durch innovative Ideen. Zukunftsfähige Wohnkonzepte und intelligente Gebäudetechnologien sollen sowohl in Städten als auch in ländlichen Räumen dazu beitragen, lebenswerte, nachhaltige und bezahlbare Lebensräume zu gestalten. Insbesondere in ländlichen Regionen bieten neue Bau- und Wohnkonzepte die Chance, leerstehende Bausubstanz wiederzubeleben und regional verfügbare Materialien ressourcenschonend einzusetzen und so das Lebensumfeld langfristig zu stärken. Der simul⁺InnovationHub setzt Impulse für innovative Bau- und Wohnformen, die den demografischen Wandel, die Klimaanpassung und die Ressourceneffizienz berücksichtigen, ohne dabei die Erschwinglichkeit aus dem Blick zu verlieren.
simul+ hat die Entwicklung der sächsischen Regionen im Blick. Eine starke, regional verankerte und diversifizierte Wirtschaft bildet das Fundament für resiliente und lebenswerte Regionen.
simul⁺ unterstützt deshalb innovative Ansätze, die regionale Wertschöpfungsketten stärken, nachhaltige und zirkuläre Wirtschaftsmodelle etablieren und neue Kooperationsformen zwischen Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen ermöglichen.
Regionale Wertschöpfung umfasst dabei nicht allein wirtschaftliche Prozesse im engeren Sinne, sondern schließt ausdrücklich auch die Daseinsvorsorge als wesentlichen Bestandteil ein. Denn funktionierende Strukturen der Versorgung, Betreuung, Bildung, Mobilität und Teilhabe sind Grundvoraussetzungen für eine lebendige regionale Wirtschaft und tragen unmittelbar zur Stabilität und Attraktivität der Regionen bei.
simul⁺ unterstützt daher auch neuartige, übertragbare Ideen und Konzepte, die zur Sicherung und Weiterentwicklung dieser Leistungen beitragen – etwa durch neue Organisations- und Kooperationsformen, die Nutzung digitaler Lösungen oder die Verbindung lokaler Wirtschaftskreisläufe mit sozialer und öffentlicher Infrastruktur.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung intelligenter Lösungen, die bestehende Strukturen erweitern, regionale Ressourcen aktivieren und zur Anpassungsfähigkeit im wirtschaftlichen Wandel beitragen. Dazu gehören unter anderem die Stärkung regionaler Produktionsnetzwerke, die Erprobung zirkulärer Wertschöpfungsmuster sowie der gezielte Aufbau/Weiterentwicklung digitaler Plattformen zur Vernetzung lokaler Akteure.
Impulse entstehen auch an der Schnittstelle von Kreativwirtschaft, also Gestaltung, Medien sowie Kommunikation, und regionaler Produktion und Entwicklung. simul⁺ nimmt solche wirtschaftsnahen Leistungen in den Blick – insbesondere dort, wo sie branchenübergreifende Innovationsprozesse fördern, regionale Besonderheiten sichtbar machen und neue Formen der Zusammenarbeit unterstützen.
Dabei geht es insbesondere darum, intelligente Lösungen für lebenswerte, wirtschaftlich starke und zukunftsfähige Regionen zu schaffen, die den Herausforderungen des digitalen Wandels aktiv begegnen und die Chancen neuer Technologien für alle nutzbar machen.
Widerstandsfähige und anpassungsfähige Infrastrukturen sind die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliche Stabilität.
simul⁺ unterstützt deshalb Regionen und insbesondere Kommunen dabei, mittels innovativer Ideen, Versorgungs-, Energie- und Kommunikationsnetze so zu entwickeln, dass diese besser auf die Anforderungen von Klimaanpassung, Digitalisierung und Ressourceneffizienz ausgerichtet sind.
Im Fokus stehen Lösungen, die Versorgungssicherheit erhöhen, Betriebs- und Wartungskosten senken, Klimaresilienz stärken und neue Formen der regionalen Zusammenarbeit ermöglichen. Dazu gehören etwa die intelligente Nutzung von Energie, wassersensible Stadt- und Regionalentwicklung, lokale Speicher- und Verteilnetze oder digital unterstützte Infrastruktursysteme mit Sensorik.
simul⁺ unterstützt den Austausch zwischen kommunalen Fachstellen, Infrastrukturanbietern, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und bietet Raum für die Erprobung praxisnaher Modellansätze. Ziel ist es, gute Beispiele sichtbar zu machen, Erfahrungswissen zu teilen und skalierbare Lösungen zu entwickeln, die sich an den realen Herausforderungen kleiner und mittlerer Kommunen orientieren.
Gemeinsam mit den Akteuren entstehen im simul⁺-Netzwerk somit praxisnahe Lösungen, die Sachsens Regionen stärken und die Lebensqualität der Menschen verbessern.
Komplexe Antragsverfahren, hohe Dokumentationsanforderungen und schwer zugängliche Informationen stellen für viele eine erhebliche Hürde dar. Sie erschweren die Entwicklung innovativer Projekte, verzögern die Nutzung öffentlicher Förderinstrumente und verlangsamen die Umsetzung wichtiger Transformationsvorhaben und verteuern diese.
Der simul⁺InnovationHub adressiert diese Herausforderungen mit dem Ziel, Verwaltungsprozesse spürbar zu vereinfachen, nutzerfreundlicher zu gestalten und dadurch die Wirksamkeit staatlichen Handelns zu erhöhen.
Entbürokratisierung ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel zur Verkürzung von Reaktionszeiten und zur Ermöglichung schnellerer Entscheidungen. Sie stärkt die Praxistauglichkeit von Förderprogrammen und leistet somit einen Beitrag zur effizienteren Nutzung öffentlicher Ressourcen.
simul⁺ unterstützt Kommunen, Projektträger und Verwaltungsstellen dabei, neue Wege in der Gestaltung und Anwendung von Verwaltungsverfahren zu gehen. Dazu gehören die Entwicklung digital unterstützter, nutzerzentrierter Prozesse (z. B. einfache Antrags- und Beteiligungstools, interaktive Leitfäden), die Erprobung innovativer Verwaltungsinstrumente (etwa KI-gestützte Vorgangsbearbeitung, Chatdialoge oder digitale Beteiligungsformate im ländlichen Raum) sowie das Realisieren von Modellvorhaben oder Reallaboren.
Ein besonderer Fokus liegt auf der kooperativen Gestaltung von Verfahren, etwa durch Design-Thinking-Workshops mit Antragstellenden, Verwaltungsmitarbeitenden und Experten.
Ziel ist es, Verwaltungspraxis wirksam weiterzuentwickeln, systematisch Erfahrungswissen zu bündeln und gute Beispiele für einen modernen, dialogorientierten Umgang mit Bürokratie in die Fläche zu bringen.